Kolibri auf Tomaten
Atelierbuch‑Notiz zur Internationalen Sommer Akademie im Riesa Efau in der B-Woche, 03.-07.08.2026, bei Liza Sivakova
Eine Woche im Riesa Efau, in der ich surreale Collagen entwarf, die mich zu einer neuen Art führten, an Bildentwicklung heranzugehen. Die Arbeit hat mir gezeigt, wie stark Zeitebenen ineinander greifen – Erinnerung, Gegenwart, Persönliches und Unbewusstes. Ölfarbe erwies sich erneut als Material, das nicht nur deckt, sondern öffnet: Schichten, Übergänge, kleine Verschiebungen, die Bedeutung tragen.
Die russische Künstlerin brachte eine Haltung mit, die mich berührt hat: klassisch geschult, aber mit einer bewussten Entscheidung für Freiheit. Ihr Blick – wie sie Tradition transformiert und persönliche Erfahrungen mit historischen Quellen verwebt – gab mir einen ruhigen Impuls, meine eigenen Motive weiter zu entfalten.
Ich nehme mit:
– Die Ruhe, die entsteht, wenn ein Bild seinen eigenen Rhythmus findet.
– Die Erkenntnis, dass meine surreale Naturwelt – Kolibri, Tomaten, Schatten – tragfähig ist.
– Die Bestätigung, dass figürliche und abstrakte Elemente sich nicht ausschließen, sondern Spannung erzeugen.
– Das Gefühl, dass sich meine malerische Sprache weiter klärt, Schicht für Schicht.
Diese Art zu malen hat mich sehr angesprochen. Den Flow habe ich zu Hause an der Staffelei fortgesetzt – konzentriert und mit dem gleichen inneren Licht.